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Praxisspektrum

Ich behandle allepsychischen Krankheitsbilder mit Indikation für eine verhaltenstherapeutische Psychotherapie. Meine persönlichen Arbeitsschwerpunkte liegen in der verhaltenstherapeutischen Behandlung von: 

Angststörungen

Zwangserkrankungen

Depressionen (akute und chronische)

Posttraumatische Belastungsstörungen

Persönlichkeitsstörungen

Impulskontrollstörungen

Ess-Störungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, „binge-eating”-disorder, Adipositas)

 


Durch meine langjährige klinischen Tätigkeit in der AHG Klinik für Psychosomatik verfüge ich darüber hinaus über vielfältige Erfahrungen in der Behandlung von:

 

Flugangst (auch bei professionellen Fliegern wie Flugbegleitern)

Patienten mit Arbeitsplatzkonflikten („mobbing, „burn-out“).

Schlafstörungen

Chronische Schmerzstörungen (Rückenschmerzen, Spannungskopfschmerzen, Migräne)

andere psychosomatischen Krankheiten wie z.B. Hypertonie, entzündlichen   Darmerkrankungen, Asthma bronchiale.

Weiter unten auf dieser Seite finden Sie Beschreibungen der wichtigsten Krankheitsbilder.

Nicht behandelt werden:

► Kinder bzw. Jugendliche

► Patienten mit akuter Selbstgefährdung

► Medikamenten-, Drogen- und Alkoholabhängigkeit

► hirnorganisch oder akut psychotisch beeinträchtigte Patienten


Angststörungen

Es können verscheidenste Angsterkrankungen unterschieden werden. Allerdings ist es nicht selten, dass mehrere dieser Erkrankungen gemeinsam auftreten. Hier finden Sie eine Übersicht:

Agoraphobie und Panikstörung

Die Panikstörung, in der Literatur häufig als "Angst aus heite-rem Himmel" beschrieben, ist durch plötzlich und unerwartet auftretende, extreme vegetative Erregungszustände charakterisiert. Die Betroffenen erleben die vorwiegend sympathikotonen Attacken als unbeeinflussbare und massive Bedrohung der körperlichen und psychischen Gesundheit. Todesängste oder Befürchtungen, verrückt zu werden, provozieren eine beunruhi-gende Selbstbeobachtungstendenz, die im Sinne eines Teufels-kreises die Frequenz und Intensität der Panikattacken erhöht bzw. die Angst vor einer erneuten, scheinbar vital bedrohlichen Attacke unerträglich steigert.

Die Agoraphobie ("Furcht vor öffentlichen Plätzen") bezeichnet Ängste vor bestimmten Orten oder Situationen. Die Betroffenen befürchten, dort in Panik zu geraten, ohnmächtig zu werden, erbrechen zu müssen, "verrückt" zu werden oder anderweitig unangenehm aufzufallen. Charakteristisch für die gefürchteten Orte und Situationen ist, dass eine Flucht nicht möglich oder sehr peinlich wäre, andererseits dort aber auch keine Hilfe zur Verfügung steht. Entsprechend werden diese angstbesetzten Gegebenheiten gemieden oder nur unter inten-siver Angst durchgestanden. Typische Orte bzw. Situationen sind: Sich alleine außerhalb des eigenen Hauses aufhalten, sich in einer Menschen¬menge befinden, im Kaufhaus in einer Schlange stehen, über eine Brücke gehen, Zug oder Auto fahren. Die meisten Patienten, die unter Panikattacken leiden, haben auch agoraphobische Symptome. Agoraphobie ohne Panikattacken in der Vorgeschichte findet man in klinischen Stichproben eher selten.

Allen wissenschaftlich bedeutsamen Erklärungsansätzen zur Panikstörung ist gemeinsam, dass typische körperliche Veränderungen mit Gefahr assoziiert sind und sich über einen ängstlichen Bewertungsprozess aufschaukeln. Die vegetativen Symptome können beispielsweise in Verbindung mit akuter oder chronischer Hyperventilation als bedrohliche Körperverände-rung wahrgenommen werden. Aber auch weniger dramatische Auffälligkeiten können Panikanfälle provozieren, da alleine schon die Veränderung der Körperposition (liegen statt stehen oder sitzen) zu einer verstärkten Wahrnehmung des Herzschla-ges führen kann. Panikpatienten tendieren dazu, auch leichtere kardiovaskuläre Veränderungen ängstlich zu bewerten.

Aufgrund der scheinbaren Bedrohlichkeit erhöhter sympathikotoner Erregung sind die Betroffenen bemüht, ihren Kreislauf zu schonen. Körperliche Betätigungen werden zunehmend einge-schränkt. Hierdurch kommt es zu einem Trainingsmangel, infolge dessen schon geringste Anstrengungen zu heftig wahrgenommen Körpersensationen führen.

Die Panikstörung mit Agoraphobie ist dadurch charakterisiert, dass die Betroffenen aus Angst vor Panikattacken bestimmte Situationen oder Orte meiden ("Angst vor der Angst"). Häufig erfolgt im ambulanten Bereich nur eine Symptomkupierung über Verordnung von Beruhigungsmitteln oder der Patient macht ineffektive Selbstbehandlungsversuche mit Alkohol.

Soziale Phobie

Die zentrale Befürchtung sozialphobischer Patienten besteht darin, im Zusammensein mit anderen zu versagen, sich zu blamieren oder sich lächerlich und klein zu erleben. Im Gegensatz zur Agoraphobie geht es bei der sozialen Phobie nicht darum, durch Kontrollverlust negative Aufmerksamkeit zu erregen, sondern sich im bereits bestehenden Fokus der Aufmerksamkeit zu blamieren. Entsprechend vermeiden Sozialphobiker alle Tätigkeiten und Situationen, in denen sie beachtet bzw. bewertet werden könnten. Diese Vermeidungstendenzen sind so ausgeprägt, dass sie entweder die berufliche Leistungsfähigkeit, die privaten Kontakte oder beides stark beeinträchtigen.

Symptome vegetativer Erregung wie Schwitzen, Zittern oder Erröten werden insofern beängstigend wahrgenommen, als sie auffallen und den Hohn anderer provozieren könnten.

Generalisierte Angststörung

Die generalisierte Angststörung ist auf körperlicher Ebene durch eine andauernd leicht erhöhte sympathikotone Erregung gekennzeichnet. Die ängstlich getönten Erregungszustände fungieren als Trigger für beunruhigende Gedankengänge, die wiederum die körperliche Anspannung verstärken. (Die resultierende vegetative Erregung erreicht in der Regel nicht die Intensität einer Panikattacke.) Aufgrund der nahezu permanent erhöhten Reaktionsbereitschaft könnte man die Betroffenen auch als "ständig mehr oder weniger nervös" bezeichnen. Entsprechend gehen mit der generalisierten Angststörung auch psychosomatische Krankheiten wie zum Beispiel Spannungskopfschmerzen oder Schlafstörungen einher.

Den Teufelskreis aus vegetativer Erregung, ängstlicher Beschäf-tigung mit möglichen Gefahren und daraus resultierender erhöhter Anspannung, unterbrechen die Betroffenen durch Grübeln über mögliche Lösungen. In der Regel wird durch Phantasien über Rettungserfolge aus antizipierten Katastrophen eine Erleichterung erlebt. Auf diesem Weg geraten die Betroffenen zunehmend in eine Verstrickung aus ängstlichen Vorstellungen, Grübeln über Lösungsmöglichkeiten und damit einhergehenden, in der Intensität fluktuierenden, sympathikotonen Erregungszuständen. Entsprechend zeigen sich neben vegetativen Begleitsymptomen auch Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit oder übermäßige Schreckhaftigkeit.

Flugangst

Die Angst vor dem Fliegen ("fear of flying") ist eine spezielle Form einer Angststörung, eine spezifische Phobie. Diese Angst ist weit verbreitet, viele Menschen mit Flugangst vermeiden ganz einfach das Fliegen ohne dass dadurch ein besonderer Leidensdruck entsteht, für andere stellt diese Angst jedoch eine Einschränkung in ihrer Lebensqualität dar, nicht selten wird sogar die berufliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt (wenn Betroffene z.B. eine Geschäftsreise in weit entfernte Regionen durchführen sollen oder wenn das Fliegen unmittelbar zum Beruf gehört wie es bei Flugbegleitern oder Piloten der Fall ist).

Die spezifischen Mechanismen einer Flugangst sind oftmals viel komplexer als es auf den ersten Blick erscheint (ist die Angst infolge eines traumatischen Ereignisses entstanden? Handelt es sich um eine Klaustrophobie? Liegt das eigentliche Problem in einer Kontrollverlustangst?) die Analyse der ursächlichen oder aufrechterhaltenden Faktoren der Erkrankung  und die Auswahl der geeigneten Behandlungsstrategie erfordert ein individuelles Vorgehen. Aus einem Gemeinschaftsprojekt zwischen Medizinischem Dienst der Deutschen Lufthansa AG, der Sozialberatung Deutsche Lufthansa AG, Psychologischem Institut der Universität Würzburg und der AHG Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim verfüge ich über Erfahrung in der Behandlung von Flugangst bei Passagieren wie auch bei Fliegendem Personal. Aktuell besteht eine Kooperation mit dem Aeromedical Center Frankfurt.
 

Andere Erscheinungsformen der Angst

Angst ist auch ein wesentliches Merkmal bei der „einfachen oder spezifischen Phobie“. Es handelt sich hier um eine spezifische oder isolierte Angst vor klar erkennbaren Objekten oder Situationen. Die Konfrontation mit dem Objekt bewirkt eine Angstreaktion, die sich bis zur Panikattacke steigern kann, Beispiel sind die isolierte Angst vor Tieren (Schlangen, Spinnen u.a.), die Höhenangst oder die Angst vor Spritzen. Diese Phobien sind weit verbreitet und die Betroffenen können sich meist ganz gut auf die Ängste einrichten, behandlungsbedürf-tig werden sie meist erst wenn die Angst extreme Formen annimmt (Vermeiden lebenswichtiger medizinischer Eingriffe bei Spritzenangst) oder im Zusammenhang mit besonderen Lebenskonstellationen (Versetzung in ein Hochhaus bei Höhenangst).
Da Angst eine sehr grundlegende Emotion darstellt, ist es nicht verwunderlich, dass sie auch im Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen eine Rolle spielen kann, und eine genaue Diagnostik deshalb zu Beginn einer jeden Therapie stehen muss. Eine besondere Bedeutung spielt das Angsterleben bei Zwangserkrankungen, bei Posttraumatischen Belastungsstörungen, bei Depressionen, bei Persönlichkeitsstörungen und auch bei Schmerzsyndromen.


Zwangserkrankungen

 

Unter einer Zwangsstörung versteht man ein Verhaltensmuster, bei dem die Betroffenen bestimmte Handlungen unablässig wiederholen müssen, sich dabei jedoch immer wieder dagegen zu wehren versuchen, es noch einmal zu tun, aber letztlich dem Zwang zur Wiederholung erliegen.

Eine Zwangsstörung kann sich in Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen äußern. Sich aufdrängende Gedanken (z.B. "Habe ich den Herd ausgeschaltet?") sind jedoch genauso eine Normvariante menschlicher Gewohnheiten wie zwanghafte Verhaltensweisen (z.B. die Schreibtischunterlage immer parallel zur Schreibtischkante auszurichten). Krankheitswert bekommen Zwänge erst dann, wenn sie erhebliche Folgeprobleme bei den Betroffenen verursachen, z.B. berufliche und soziale Aktivitäten massiv einschränken. Trotz der Bewertung der Symptome als übertrieben und unangemessen sehen sich die Betroffenen nicht in der Lage, diesen Zwängen zu widerstehen. Zustände innerer Anspannung, die mit Ängsten, Ekel oder anderen intensiven und aversiven Gefühlen verbunden sind, können nur durch das Ausüben sich ständig wiederholender Handlungen  (Zwangsrituale) abgestellt werden.

 

 Einige Zwangspatienten haben oft das Gefühl, die eigene Kontrolle über ihr Leben verloren zu haben, ihnen ist ihr eigenes Erleben fremd geworden, sie vertrauen ihren eigenen Erinnerungen nicht mehr, sind sich ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen nicht mehr sicher, leiden oftmals unter einem so genannten „Unvollständigkeitsgefühl“, d.h. sie erleben bei ihren Zwangshandlungen, das Gefühl „nicht ganz da bzw. abwesend“ zu sein.

Wenn auch  Zwangshandlungen und Zwangsgedanken die häufigste Erscheinungsform sind, so gibt es doch auch andere Formen einer Zwangsstörung (Wiederhol- und Zählzwänge, zwanghaftes Sammeln, Ordnungszwänge, zwanghafte Langsamkeit, zwanghaftes Rüvkversichern). 

Patienten, die unter Zwangsstörungen leiden, fallen in der Regel erst dann klinisch auf, wenn die Symptome das Leben so stark einengen, dass private und berufliche Pflichten kaum mehr erfüllt werden. Die meisten Betroffenen haben bis zu diesem Zeitpunkt schon einen jahrelangen Leidensweg hinter sich. Die stattgefundene Chronifizierung zum Zeitpunkt der erstmaligen Diagnosestellung hat dann schon infolge einer Vielzahl fehlgeschlagener Bewältigungsversuche zu depressiv-hilflosem Erleben und Verhalten geführt. Entsprechend haben viele Patienten mit Zwängen depressive Symptome und Probleme im Umgang mit Anderen. Auch die Bezugspersonen der Betroffenen haben häufig bereits eine fatalistisch-resignative Grundhaltung eingenommen, die den Erkrankten zunehmend weniger korrigierende Erfahrungen ermöglicht.

Da die von einer Zwangserkrankung Betroffenen in der Regel das Gefühl von Normalität verloren haben, kann eine verhaltenstherapeutische Behandlung ihnen konsequenterweise dabei helfen, die Normalität wiederherzustellen.

Weitere interessante Informationen zu Zwangserkrankungen finden Sie auch bei der Deutschen Gesellschaft für Zwangserkrankungen e.V. (DGZ).


Depressionen

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie kommen in Deutschland noch häufiger vor als z.B. Angsterkrankungen. Oft ist der Weg bis zu einer wirkungsvollen Behandlung lang, da viele Betroffen die Schuld bei sich selbst suchen und therapeutische Hilfe meiden. Nur bei einem Bruchteil der Betroffenen wird die Symptomatik als eine depressives Leiden erkannt und ein noch geringerer Anteil wird adäquat behandelt. Dabei sind mit gezielten Therapien für die Betroffenen Wege aus der Depression und hin zu einem unbeschwerteren Leben möglich.

Betroffen sind viele Menschen: Nach einem aktuellen Bericht des Bundesgesundheitsministeriums  durchleben 15% der Frauen und 8% der Männer innerhalb eines Jahres eine depressive Phase mit eindeutigem Krankheitswert (depressive Episode) – ca. 4 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer behandlungsbedürftigen Depression.

Depressive Erkrankungen gehören jedoch nicht nur zu den häufigsten Erkrankungen, sondern auch zu den am meisten unterschätzten. Dies liegt zum einen an der Eigenart der Erkrankung: Viele Betroffene erkennen selbst nicht den Krankheitswert und fühlen sich irrtümlicherweise selbst verantwortlich für ihre jetzige Situation. Wer seinen Zustand als persönliches Versagen ansieht, sucht demzufolge auch keine professionelle Hilfe. Zum anderen ist es auch nicht leicht, die Krankheit zu erkennen, denn oftmals stehen körperliche Beschwerden im Vordergrund (Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen), so dass die Erkrankung nach Schätzungen in 50% der Fälle nicht erkannt wird und schon alleine deshalb nicht richtig behandelt werden kann.

Dabei sind die Möglichkeiten zu einer frühzeitigen Diagnosestellung durchaus vorhanden und die Behandlungserfolge sind eindeutig und nachhaltig.

Wenn man unter einer Depression leidet, hat sich meist nicht nur der körperliche Zustand, sondern auch das Verhalten und das Erleben geändert: depressive Menschen fühlen sich erschöpft und kraftlos, sie haben ein tiefes Bedürfnis nach Ruhe und Schonung. Demzufolge ziehen sich die Betroffenen zurück, sie meiden soziale Aktivitäten, da sie sich hierdurch nur überfordert fühlen würden. Tätigkeiten, die vor der Erkrankung noch Freude und Befriedigung verschafft haben, scheinen nun völlig sinnlos zu sein, jede kleine Tätigkeit wird zur Anstrengung. Die Gedanken drehen sich meist nur im Kreis (Grübeln) und führen zu keiner Lösung der Probleme, inhaltlich ist das Denken auf das eigene Versagen konzentriert, die Kranken werfen sich ihre Untätigkeit nur allzu oft selbst vor. In der Krankheit ist man selbst felsenfest davon überzeugt, dass man versagt hat, gut gemeintes Zureden von Familienmitgliedern oder Freunden prallt an den Kranken ab. Auch die Gefühle haben sich verändert: In der Depression ist man nicht einfach nur traurig, sondern tief verzweifelt und fühlt sich absolut hilflos, oft treten Angstgefühle hinzu. Bei einer schweren Depression können Gefühle nicht mehr unterschieden werden, da alles überlagert wird von einer bleiernen Schwere. Im Kontrast zu dem Rückzug ist der Organismus jedoch meist sehr aktiv, dies äußert sich in einem Gefühl der inneren Unruhe.

Auf der körperlichen Ebene können eine Vielzahl von weiteren Beschwerden hinzukommen, die zusätzliches Leid verursachen: Ein- und Durchschlafstörungen, Kopf-, Rücken- oder Brustschmerzen, Verlust des sexuellen Verlangens, Appetitverlust mit nachfolgender Gewichtsabnahme ist genauso möglich wie Heißhungeranfälle mit nachfolgender Gewichtszunahme.

Erst aus der Zusammenführung der skizzierten Vielzahl unterschiedlicher Symptome zu einer Gesamtbewertung des Krankheitsbildes kann die Diagnose einer Depression zuverlässig gestellt werden. Bei ärztlichen Konsultationen schildern depressiv Erkrankte dem Arzt nicht selten nur einen Teil ihrer komplexen Symptomatik  – sie verlangen dann beispielsweise nur Schmerzmittel für ihre Rückenschmerzen oder Schlafmittel zur Behandlung der Schlafstörung –  und die eigentlich zugrunde liegende Krankheit einer Depression bleibt lange unerkannt.

Depressionen treten in verschiedenen Verlaufsformen auf: Depressionen können einmalig auftreten ( depressive Episode) oder wiederholt und dabei unterschiedliche Schweregrade aufweisen (leichte, mittelgradige, schwere Episode), sie können vollständig abklingen oder auch einen chronischen Verlauf nehmen . Bei einigen Betroffenen ist die depressive Herabgestimmtheit zwar andauernd, aber nicht so schwerwiegend und ohne große Schwankungen, man spricht dann von einer Dysthymie. In anderen Fällen kann auch eine schwere Verlaufsform einen dauerhaften Verlauf nehmen, dann sprechen Experten von einer chronischen Depression.

Weitere interessante Informationen zu Depressionen finden Sie auch beim Kompetenznetz Depression.


Posttraumatische Belastungsstörungen

Posttraumatische Belastungsstörungen (Abkürzung: PTBS oder englischsprachig PTSD für Posttraumatic Stress Disorder) treten als Folge extrem belastender Ereignisse auf, die traumatisch erlebt und verarbeitet wurden.

Die Posttraumatische Belastungsstörung ist eine mögliche Folgereaktion eines oder mehrerer traumatischer Ereignisse (wie z.B. Erleben von körperlicher und sexualisierter Gewalt, auch in der Kindheit (sogenannter sexueller Mißbrauch), Vergewaltigung, gewalttätige Angriffe auf die eigene Person, Entführung, Geiselnahme, Terroranschlag, Krieg, Kriegsgefangenschaft, politische Haft, Folterung, Gefangenschaft in einem Konzentrationslager, Natur- oder durch Menschen verursachte Katastrophen, Unfälle oder die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit), die an der eigenen Person, aber auch an fremden Personen erlebt werden können. In vielen Fällen kommt es zum Gefühl von Hilflosigkeit und durch das traumatische Erleben zu einer Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses.

Das syndromale Störungsbild ist geprägt durch:

  • sich aufdrängende, belastende Gedanken und Erinnnerungen an das Trauma (Intrusionen) oder Erinnerungslücken (Bilder, Alpträume, Flash-backs, partielle Amnesie),
  • Übererregungssymptome (Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, vermehrte Reizbarkeit, Affektintoleranz, Konzentrationsstörungen)
  • Vermeidungsverhalten (Vermeidung traumaassoziierter Stimuli) und
  • emotionale Taubheit (allgemeiner Rückzug, Interesseverlust, innere Teilnahmslosigkeit)
  • im Kindesalter teilweise veränderte Symptomausprägungen (z.B. wiederholtes Durchspielen des traumatischen Erlebens, Verhaltensauffälligkeiten, z.T. aggressive Verhaltensmuster)

Die Symptomatik kann unmittelbar oder auch mit (z.T. mehrjähriger) Verzögerung nach dem traumatischen Geschehen auftreten (late-onset PTSD).


Persönlichkeitsstörungen

Unter Persönlichkeitsstörungen versteht man die Extremvarianten von normalen, gesunden Persönlichkeitsstilen.

Persönlichkeitsstile wie z.B. gewissenhaft, sensibel oder selbstbewusst beschreiben ein charakteristisches Muster, der Art und Weise, in der man denkt, fühlt und handelt. Der eigene Persönlichkeitsstil prägt die Beziehung zum Partner, zu den Kindern oder zum Chef und zu sich selbst, er trägt dazu bei, welche Arbeit uns liegt, wie wir mit Konflikten umgehen und vieles mehr. Menschen unterscheiden sich hinsichtlich ihres Persönlichkeitsstiles. Eine Persönlichkeitsstörung liegt erst dann vor, wenn ein Mensch bestimmte extreme Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster in extremer Form aufweist, die merklich von den Erwartungen der persönlichen und sozialen Umgebung abweichen. Weiterhin müssen diese extremen Persönlichkeitszüge seit der Kindheit und Jugendzeit vorliegen, das daraus resultierende Verhalten in vielen persönlichen und sozialen Situationen unflexibel und wenig angepasst sein und in klinisch bedeutsamer Weise zu Leiden oder Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Bereichen geführt haben. Unterschieden wird heutzutage zwischen der paranoiden, der schizoiden, der dissozialen, der emotional-instabilen, der histrionischen, der ängstlich-vermeidenden, der abhängigen und der zwanghaften (anakastischen) Persönlichkeitsstörung.


Impulskontrollstörungen

Internetsucht (pathologischer PC-Gebrauch), Kaufsucht, Sportsucht, Glücksspielsucht, Arbeitssucht, Computersucht oder auch Kleptomanie (zwanghaftes Stehlen) sind Begriffe, die derzeit in Medien gehäuft anzutreffen sind.

Therapeuten befassen sich in jüngerer Vergangenheit immer mehr mit diesen Störungsbildern, da diese offenbar tatsächlich zunehmen und z.T. erhebliches Leid für die Betroffenen, nicht selten auch für Angehörige verursachen.

In aller Regel werden solche Verhaltensweisen ausgeführt, die von unserer Gesellschaft akzeptiert bzw. sogar gefördert werden (z.B. Konsumieren, PC-Gebrauch, Sport, Arbeiten). Während die meisten Menschen ein "gesundes Maß" in der Ausübung dieser Tätigkeiten finden, gibt es jedoch auch Menschen, die genau diese exzessiv ausüben.Wenn diese über ein normales und gesellschaftlich akzeptiertes Maß hinausgehen, sprechen wir von krankhaften Impulskontrollstörungen. Betroffene üben die Tätigkeiten in aller Regel zweckentfremdet aus, z.B. zur kurzfristigen Spannungsreduktion, zum Stressabbau, zur Stimmungsveränderung oder auch zur Vermeidung von Problemen, langfristig treten jedoch ernsthafte soziale und gesundheitliche Probleme auf (Vernachlässigung von Kontakten, Fernbleiben von Arbeit, Schule oder Universität, Verschuldung, Belastungen in der Familie u.a.m.)


Quelle:

 

Die Texte auf dieser Seite sind entnommen aus:

der Schriftenreihe "Aktuelle Verhaltenstherapie"(ISSN 1432-5845), an der ich  als Autor und Mitherausgeber federführend mitgearbeitet habe bzw. den Beschreibungen der psychosomatischen Krankheitsbilder auf der Webseite der AHG (http://www.ahg.de/AHG/Indikationen/Psychosomatik), an deren Erstellung ich ebenfalls redaktionell bzw. als Autor mitgearbeitet habe.